Donnerstag , 14 Dezember 2017

Sinneswandel bei Swisscom

Fehler passieren, selbst bei grösster Achtsamkeit. Gestern erlebte die Swisscom wohl ihre grösste Panne: Mehrere Stunden lang war der mobile Internetzugang gestört. Naja, das ist sehr ärgerlich und bei geschäftlicher Nutzung (z.B. in Kreditkartenterminals oder zur Business-Kommunikation) teilweise auch mit unangenehmen Auswirkungen. Doch wenn man von einem solchen Problem weiss, dann findet man temporäre Ausweichlösungen… nur genau an diesem Punkt bekleckerte sich Swisscom gar nicht mit Ruhm.

Um 8 Uhr rief ich die Hotline an. Erst nach 15 langen Warteminuten, einem zuerst ahnungslosen Hotlinemitarbeiter und seinen Abklärungen erfuhr ich, dass ein technisches Problem bestünde. Doch lange nicht jeder ruft dort an, dennoch veröffentlichte Swisscom erst gegen Mittag eine Notiz auf ihrer Website. Nunja, das ist wiederum wenig hilfreich, wenn man wegen der Panne keinen Zugang zum Internet hat. So erhielt ich im Laufe des Tages von Mitmenschen, welche diese Panne selbst nicht bemerkt haben, z.B. telefonische Rückfragen, warum ich denn nicht auf ihre Mail antworten würde.

Auf die Frage, warum Swisscom ihre Kunden nicht per SMS über den Ausfall informiert hat, antwortete Swisscom-Sprecher Olaf Schulze gegenüber 20 Minuten, dass dies sei bei 5,7 Millionen Kunden keine Option sei. Warum nicht, erfährt man leider nicht, denn im Normalbetrieb versendet Swisscom ja auch sonst gerne mal ein Info-SMS wegen neuen Services, aktuellem Rechnungsbetrag etc. Scheute man evtl. die Kosten?

Doch dann kommt offenbar der Sinneswandel: Einen Tag darauf erfährt man aus den Medien, dass jeder Swisscom-Kunde nun als Entschädigung 10 Franken auf sein Kundenkonto gutgeschrieben erhalten würde.

Da frage ich mich, wäre die Information per SMS nicht kundenfreundlicher und vielleicht doch günstiger gewesen? Klar freue ich mich über die 10 Franken, klar hätte auch eine SMS das Problem nicht gelöst.

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3 comments

  1. Da hast du natürlich vollkommen recht Huwi. Nur mag ich mich eigentlich gar nicht mehr an den letzten Ausfall erinnern, wann war das eigentlich?

    Es fällt uns erst auf, wenn mal etwas nicht mehr läuft….dann funktioniert nichts mehr und wir brechen „scheinbar“ mit unserer Kommunikation auseinander. Es ist natürlich schon schlimm was dies nun alles auslöst. Sämtliche Leute auf dem Bahnhof und in den Zügen sowie andere die irgendwo in der Weltgeschichte 20-Minuten lesen wollen oder den SBB-Fahrplan abrufen möchten sind gestresst. Was habe ich denn jetzt wieder gemacht, dass mein I-phone wieder nicht läuft oder ich keine Verbindung habe….sämtliche Einstellungen kontrollieren und nochmals probieren…geht wieder nicht…usw. usw. und man wird wütend und merkt gar nicht, wie abhängig man ist von dieser ganzen mobilen Kommunikation.

    Ach du schöne neue Welt, ist es nicht schön überall immer erreichbar zu sein (dies war ja gewährleistet) und überall herum zu surfen, auch wenn es gar nicht nötig wäre?

    Natürlich sind Leute wie du und ich da ausgeschlossen, denn wir brauchen dieses Kommunikationsmittel ja beruflich und es muss immer funktionieren ;-)

    Was ich damit sagen will, eigentlich funktioniert es ja immer, freuen wir uns doch daran dass es meistens (noch) funktioniert und vernachlässigen den Fall, wo es halt mal nicht läuft.

    Ich bin schon gespannt wie dies in Zukunft aussehen wird, denn immer mehr Iphones werden verkauft und es werden immer mehr mobile Daten über diese Netze gejagt. Bereits heute gibt es Engpässe in grossen Aglomerationen oder Städten und Bahnhöfen (hier ginge der WLAN).
    Die Swisscom wird in Zukunft Business Optionen anbieten, damit Geschäftsleute eine Prio haben gegenüber dem Fussvolk die ja „nur“ gamen ;-)

    Ach du schöne neue Welt ;-)… war dies noch schön als wir noch nicht erreichbar sein mussten und gar nicht so wichtig waren und nicht immer auf so ein Ding rumtöggeln mussten….

    Gruess
    Fredy

    P.S auch ich benutze ein iphone und töggele rum ;-)

  2. Hoi Huwi

    Ich glaube nicht, dass die SMS innert nützlicher Frist bei allen Abonnenten angekommen wären… Zudem benutzt ja nicht jeder das mobile Internet (zugegeben: Ich benutze es täglich…)

    Gruss
    Adnan

  3. Swisscom weiss jedoch, wer Daten überträgt und hätte den Kunden, die regelmässig Daten übertragen, eine SMS schicken können.

    Liebe Grüsse

    Ralf Beyeler