Dienstag , 12 Dezember 2017

Ägypten – Touristen unter sich.

Eine Woche dem Winter entfliehen! Ja, das war unsere Idee und wurde mit unserer Buchung auch erfüllt. Marsa Alam hiess unser ägyptisches Ziel, genauer genommen eine Bucht mitten in der Wüste, welche fünf Hotel-Anlagen beherbergte… bequeme 6 km vom Flughafen, aber weite 60 Kilometer vom namensgebendem Marsa Alam entfernt.

Die Tage bestanden aus viel Sonne, warmen Winden, relativ abwechslungsreicher Kost, Drinks, Shishas und unermüdlichen, mehrheitlich tunesischen Animateuren, welche die paar Gäste versuchten zu sportlichen Aktivitäten zu motivieren. Dann gab es noch einige hoteleigene Shops mit Souveniers und überteuerten Preisen… man kennts ;-)

Irgendwie fand ich es schon sehr seltsam, wenn man in ein Land reist und sich in einer Art Mikrokosmos wiederfindet. Touristen unter sich, fernab jeder Realität, weit weg vom wahren Leben. Man wird von den wenigen Bazarhändlern als Freiwild wahrgenommen, immer wieder dieselben Sprüche und Fragen.

Nein, nicht dass ich etwas gegen Kommunikation hätte. Auch weiss ich, dass vertiefte Gespräche eine gewisse Vertrautheit erfordern. Vielmehr fühlte ich aber nur, dass die immergleichen Floskeln wie „Woher bist Du?“ nur dazu dienen, einen ins Gespräch und möglichst rasch in den Bazar zu bringen. Echtes Interesse? Fehlanzeige. Und nach der dritten Märchenstunde, wo Dir ein Händler erzählt, er hätte eine Freundin, die zufälligerweise in St. Gallen, Rorschach oder Zürich lebe, glaubt man fast wieder an die Existenz Baron Münchhausens.

Kurz um: Wir hatten angenehme Temperaturen, viel Sonne und Zeit für Kartenspiele, Hörbücher und Lesestoff, aber von unvergesslichen Ferien ist das Ganze weit entfernt… da denke ich doch mit Wehmut und vielen herrlichen Erinnerungen an unsere Flitterwochen in Sri Lanka zurück.

Foto: Strasse bei Port Ghalib, einem künstlich für Touristen erschaffenen Hafen, mitten in der Wüste am roten Meer.

Claudia Leisi, Eddy Sloof, Fredy Hofmann, Mo Ira gefällt dieser Artikel

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