Dienstag , 28 März 2017

Lizenz zum Geld drucken? (Updated)

Ein geschätzter Kollege nennt gewisse Konstrukte in seinem charmanten ukrainischen Slang «Gelddruckmaschine». Es scheint, als hätte die Schweizer Post auch eine solche entdeckt.

Nicht das erste Mal erhalte ich eine Sendung aus dem Ausland, jeweils ordentlich (sprich korrekt) deklariert, mit einem angeklebten Zettel, der mich darüber aufklärt, dass die Post das Paket für eine «Zollrevision» geöffnet habe und mich dies nun 13 Franken koste. Man bedankt sich auch gleich für mein (definitiv nicht vorhandenes) Verständnis.

Ich finde es gelinde gesagt eine Frechheit! Ich sag ja nix, wenn ich für Pakete eine (Straf-)Gebühr für eine Zollprüfung zu bezahlen hätte, welche nicht oder falsch deklariert wären. Doch stattdessen ist es die pure Willkür.

Das heute erhaltene Paket kostete mich nämlich – korrekt deklariert und verzollt  – bereits einiges: Fr. 12.00 zuzüglich 3% des Warenwerts, rund 30 Franken, dazu etwas mehr als 50 Franken für die Mehrwertsteuer. Der Lieferant hatte die Rechnung ordentlich beigelegt, die Postverzollung mir die zu erwartenden Kosten auferlegt. Soweit so gut.

Doch dann kommen nun noch die 13 Franken für die unerwünschte, unverlangte und in diesem Fall unnötige Zollrevision dazu. Ich weiss ja nicht wie ihr es empfindet. Ich empfinde das in etwa so, als würde die Polizei eine Gebühr für eine Verkehrskontrolle dem kontrollierten Lenker aufbrummen, egal ob er sich ans Gesetz gehalten hat oder nicht. Das versteht mein Rechtsempfinden einfach nicht…

Update 12.12.2013 – Antwort des Preisüberwachers

Eine ausführliche Rückmeldung des Preisüberwachers erreichte mich per Post, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Grundsätzlich werde die Zollrevision nur auf Anweisung des Zolls durchgeführt. Die verrechneten Gebühren erachte der Preisüberwacher ebenfalls als störend, jedoch habe er keinen Einfluss darauf. Hier das ganze Schreiben:

preisueberwacher1 preisueberwacher2

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Wie Comparis es immer wieder schafft, mit denselben Aussagen in die Schlagzeilen zu kommen.

Die Schlagzeile in 20 Minuten vom 3.1.2014 ist symbolhaft zu verstehen, mein Beitrag betrifft die …

30 comments

  1. Mal schauen, was Monsieur Prix dazu meint:

    >>>

    Lieber Preisüberwacher

    Ich frage mich ob der Rechtmässigkeit der Gebühr, welche die Post für die „Zollrevision“ erhebt. Diese 13 Franken erscheinen mir wie pure Willkür und werden verrechnet, egal, ob die Sendung korrekt deklariert wurde oder nicht. Es fühlt sich an, als ob die Polizei bei einer Verkehrskontrolle jedem Autofahrer eine „Kontrollgebühr“ verrechnen würde, unabhängig davon, ob er sich etwas zu Schulde kommen liess oder nicht.

    Ein Kollege von mir nennt sowas gar „Gelddruckmaschine“… ohne Auftrag des zur Zahlung Verpflichteten eine Gebühr zu erheben, kann sonst eigentlich niemand.

    Aus aktuellem Anlass bloggte ich auch darüber:
    http://blog.huwi.ch/2013/11/25.....d-drucken/

    Ich bin gespannt, wie der Preisüberwacher dieser Thematik gegenübersteht.

    Mit besten Grüssen
    Michael Huwiler

  2. Wer da abzockt ist die Post!! Bei den Konkurrenten wird keine Vorlagekommission oder Päckli-aufmach-und-wieder-zukleb-Gebühr verrechnet. Das macht nur unsere Schweizer Post. Übrigens eine Speditionsadresse im EU-Raum und selber verzollen spart viel Swiss-Post-Geld.

  3. ist mir auch passiert. heute.

    mal ganz rational gesehen: auch wenn ich mir was vom arsch der welt her senden lasse, wird doch jede post / jedes transportunternehmen welches sich auf dem „weg“ des packets befindet, dafür bezahlt. sollte doch stimmen, oder?

    also bekommt auch die post ihren teil ab, wenn ein auslandspacket reinkommt…

    somit liegt es, meiner meinung nach, bei der post diesen betrag zu übernehmen. ich zahle das mit dem preis des packets, also ist die post (eigentlich) für alles andere, was auf dem weg passiert, verantwortlich… auch den „aufwand“ den sie haben, und, ganz frech, an die kunden weiterverrechnen.

  4. Bin heute auch Opfer von dieser Willkür geworden. Alles korrekt deklariert, Warenwert (aus Spanien) 20 Euros und CHF. 13.00 Zoll Gebühren die mir von der Post verrechnet werden (sonst wird das Packet nicht ausgehändigt).
    Ich hab dann der Post angerufen und mich beschwert. Ich habe ja schliesslich nicht den Auftrag gegeben das Packet zu öffnen, insofern soll die Post demjenigen eine Rechnung schicken, der den Aufwand verursacht (der Zoll). Da ich aber der „Auslöser des Ereignis“ bin (sprich ich habe das Packet in Spanien bestellt) muss ich bezahlen. Komische Rechtfertigung finde ich.
    Anyway, mein Resume, die Post ist neben der SBB der allergrösste Scheissladen den es in der Schweiz gibt. Nur weil die Beiden ein Quasi-Monopol haben denke die, die können machen was die wollen, immer weniger Dienstleistungen zu immer höheren Preisen (habt Ihr schon mal versucht ein FRAGILE Packet zu verschicken oder am Abend in der ersten Klasse in der SBB zu SITZEN).
    Keine Ahnung wie man sich dagegen wehren soll aber es ist eine absolute Frechheit was die beiden Ex-Staatsbetriebe den Schweizer Bürger so alles zumuten.
    PS : Der Preisüberwacher ist für die Füxe. Hab dem auch schon geschrieben weil ich einen Fall mit der Swisscom hatte (Swisscom drosselt meinen Internet Anschluss auf die Hälfte der Bandbreite und fakturiert weiterhin frech den vollen Preis). Hat überhaupt nichts gebracht ausser viel Verständnis und einem Papier-Brief….
    PS2: Der ganze Aufwand, für den ich ja noch CHF.13.00 bezahlt habe, hat die Lieferung des Paketes übrigens locker um 3 Tage verzögert.