Mittwoch , 23 August 2017

Schweizer Apfelsaft… oder doch nicht?

Unsere schöne Ostschweiz wird schon bald wieder aufblühen: Abertausende Obstbäume werden in schönster Blütenpracht erstrahlen und unsere Herzen erfreuen. Einige Monate später erlaben wir uns an frisch gepresstem Apfelsaft… ach, wie schön ist dieses Heimatgefühl.

Kürzlich bestellte ich im Restaurant ein «Shorley». Der Ostschweizer Obstsaftproduzent Möhl hat damit ein erfolgreiches Markenprodukt geschaffen, welches sich durch kurze Transportwege und hohe Qualität auszeichnet… ich mag diese Mischung zwischen Apfelsaft und Mineralwasser und gleichzeitig gefällt es mir, dass ich damit das lokale Gewerbe unterstützen kann.

Doch wie so oft, kriegt man nicht genau das, was man bestellt. Der Kellner stellt mir kurz darauf hin «Minute Maid Schorle» hin, ein Apfel mit Schweizerkreuz und Slogan «Schweizer Äpfel» leuchtet mir entgegen.

Naja, so schlimm wirds ja auch nicht sein… als ich dann aber im Laufe des Abends die Rückseite näher betrachtete, stellten sich mir die Nackenhaare zu Berge. Da steht doch irgendwo im Kleingedruckten: «Hergestellt in Österreich».

Was bitteschön hat das mit einem Schweizer Produkt zu tun? Klar, die Äpfel wurden irgendwo in der Schweiz abgelesen, gepresst und wohl als Konzentrat per LKW hunderte Kilometer weit umhergekarrt, dort mit Wasser gemischt, in Flaschen gefüllt und wieder zurückgekarrt.

Brauche ich das wirklich?

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2 comments

  1. Das nennt man Etikettenschwindel. Ist eine alte Disziplin aus dem antiken Rom.

  2. Direkt handelt es sich nicht um Etikettenschwindel. Da eben die Äpfel aus der Schweiz stammen. Trotzdem ist dieses Hin und Her fahren der Äpfel eine ziemliche Energieverschwendung. Manchmal frage ich mich ob ein solcher Hersteller zu faul ist direkt einen Standort in der Schweiz aufzubauen.