Montag , 11 Dezember 2017
Wo ist denn blos der Zuschlag für Briefe mit einer Dicke von 2 bis 5 cm hin?

Briefe dicker 2 cm: Klammheimliche Preiserhöhung in Etappen bei der Post

Es gibt Dinge, die kann ich nicht ausstehen. Dazu gehört es, wenn scheinheilige Ausreden dazu gebraucht werden, um eine Verschlechterung einer Dienstleistung schönzureden. Das geschah gerade eben bei der Schweizer Post.

Vor etwa eineinhalb Jahren wurde eine Dienstleistung plötzlich aus dem Angebot des Postschalters entfernt. Briefe, welche dicker als 2 cm und dünner als 5 cm sind, konnte man plötzlich nicht mehr am Schalter aufgeben. Man habe auf die Wünsche der Kunden gehört, hiess es damals und man verwies darauf, dass die Kunden diese Art Brief weiterhin über den Selbstbedienungsservice Webstamp frankieren können.

Schon damals erschienen mir die Begründungen nicht schlüssig und ich sehe noch heute nicht ein, warum ein Brief mit 3.60 Franken Webstamp-Marke am Schalter abgegeben werden kann, ist er hingegen mit normalen Briefmarken ebenfalls für 3.60 Franken frankiert, gehe dies nicht mehr. Auch leuchtet es mir nicht ein, worin man hier den Wunsch des Kundens sieht… naja, noch realisierte ich nicht, dass dies erst der Anfang war.

Nun denn, Kröte geschluckt und fortan via Webstamp 3.60er Marken gekauft und ausgedruckt…

Bis Ende 2010… denn als ich dieser Tage dies erneut machen wollte, fehlte die bisherige Option. Kommentarlos wurde offenbar der Zuschlag für 2-5cm dicke Briefe aus dem Angebot entfernt. Beim telefonischen Kundenservice wurde mir – nach rund 20 Minuten penetranter Warteschlaufen-Beschwörung – dann auch bestätigt, dass diese Option nur noch Geschäftskunden zur Auswahl stehe. Privatkunden müssten solche Sendungen neu als Paket (7 Franken als B-Post, bzw. 9 Franken als A-Post) versenden. Begründet wurde mir dies mit „das Angebot wurde zuwenig genutzt“.

Ich finde es irgendwie ziemlich dreist, auf diese Weise und in Etappen eine massive Preiserhöhung ohne Mehrwert durchzudrücken. Zuerst das Angebot verkomplizieren („nur noch via Webstamp“) damit die Nachfrage  zurück geht, danach auch dieses Angebot entfernen („zu geringe Nachfrage“).

Wo ist denn bloss der Zuschlag für Briefe mit einer Dicke von 2 bis 5 cm hin?
Beim Webstamp-Account für Geschäftskunden existiert sie weiterhin…

Da ich seit einigen Wochen eh als Geschäftskunde bei der Post angelegt bin, wünschte ich somit in der Folge auch das umgehende Migrieren meines Webstamp-Kontos. Diese Umstellung erfolgte dann auch nach 2 Werktagen und nun kann ich die Webstamps wie früher wieder online kaufen und drucken…

Ach ja: Wetten, dass Geschäftskunden diese Option in 1-2 Jahren auch nicht mehr nutzen werden können?

UPDATE 4.2.2011: Antwort vom Preisüberwacher

Ich hatte auch den Preisüberwacher angeschrieben und heute erhielt ich folgende Antowrt:

Sehr geehrter Herr Huwiler

Besten Dank für Ihr E-Mail vom 17. Januar 2011 in eingangs erwähnter Angelegenheit. Wir werden in den kommenden Wochen eine umfassende Prüfung der Tarife der Post an die Hand nehmen. Im Rahmen dieser Arbeiten werden wir uns auch den neuen Tarifen der etwas dickeren Briefe annehmen, zu denen wir zahlreiche Beschwerden erhalten haben.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen kurzen Ausführungen gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüssen
Jörg Christoffel

Ich bin ja gespannt wie es weitergeht…

Check Also

Schreibt mal Eure Telefonnummer richtig!

Herrlich die heutige Kommunikationstechnik. Überall ist man erreichbar, kriegt Mails direkt auf das Smartphone geliefert …

3 comments

  1. Danke für die aufmerksame Beobachtung!

  2. Ich habe gerade diesen Preisaufschlag bemerkt….!!
    Gibt es was neues? Oder ist es immer noch auf diesem Stand?
    Liebe Grüsse

  3. Hallo Helen. Bisher ist leider nichts weiter passiert. Der Preisüberwacher hat zwar in Aussicht gestellt, sich diesem Problem anzunehmen und die Tarife zu prüfen. Doch sonst scheint sich da keiner zu interessieren. (Die Rechnung geht offenbar für die Post auf… hätten die die Option in einem Schritt gestrichen, wäre da wahrscheinlich ein grosses Medienecho zu erwarten gewesen. Jetzt interessiert sich nicht mal der Kassensturz dafür… ;-)