Donnerstag , 21 September 2017

Glaub nicht alles, was Du in Foren liest!

Seit ich die modernen Medien nutze – und das ist doch schon ziemlich lange – versuche ich stets das Gelesene zu differenzieren und kritisch zu werten. Schnell habe ich bemerkt und verinnerlicht, dass längst nicht alles was im Netz kolportiert wird für bare Münze genommen werden muss und auch die Redewendung «Es wird nichts so heiss gegessen wie es gekocht wurde» seine Richtigkeit behält. Heute wurde ich von meinem Arbeitskollegen Fabio auf genau einen solchen Fall aufmerksam gemacht… und schmunzelte darob.

In einem Spielerforum finden sich gleichgesinnte Menschen, die sich gemeinsam an einem Videogame erfreuen. Da wird nicht nur über das Spiel selbst, sondern auch über Angebote und Probleme diskutiert. Ein solches stellte offenbar die Sprachangabe dar. Wir hatten in unserem Shop die vom Grossisten mitgeteilte Angabe „Deutsch“ angezeigt, was aber – wie wir es im Nachhinein feststellen mussten – nicht stimmte. So fragte wohl auch ein Kunde nach und wollte diese Sprachangabe bestätigt haben. Doch es war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich, diese Angabe verlässlich zu verifizieren und musste mich auf die Angabe des Lieferantens verlassen… in solchen Fällen spiele ich aber auch gegenüber dem Kunden mit offenen Karten und habe das bestimmt auch so kommuniziert.

Effektiv erinnere ich mich aber nicht an den Anruf. Es gibt aber gewisse Grundhaltungen, von denen ich nicht abweiche. Wenn ich auf eine Unklarheit angesprochen werde und diese nicht zweifelsfrei klären kann, dann biete ich dem Kunden schon mal an, dass er das Produkt auch geöffnet zurücksenden darf und sein Geld zurückerhält, sollte diese unklare Eigenschaft nicht dem Vermuteten entsprechen. Ich bin mir aber auch 100ig sicher, dass ich bestimmt nicht dem Kunden anbiete würde, dass er in einem solchen Fall das Produkt behalten kann, aber nichts zu bezahlen braucht. Doch genau das hat ein Spieler in besagtem Forum behauptet. Der Verkäufer – also ich – hätte ihm zugesichert, dass er keinen müden Rappen zu bezahlen brauche, sollte das Spiel nicht in deutscher Sprache sein…

Es folgte nun eine rege Diskussion mit einige abstrusen Theorien und Behauptungen, das typische «der Verkäufer ist schlecht und der will nur mein Geld»-Geplänkel eben. Das Tüpfelchen auf dem i machte dann der Eröffner der ganzen Diskussion als er schrieb, er habe das Produkt von uns erhalten, es sei tatsächlich nur in englisch zu spielen und der Verkäufer habe ihm das Spiel wie versprochen geschenkt.

Hmmm… das liegt nun doch einige Monate zurück und als ich heute diese Forum-Diskussion zu Gesicht kriegte, wurde meine Neugier damit sofort geweckt. Grundsätzlich würde ich mich an sowas ja bestimmt erinnern, ausserdem widerspricht es wie eingangs erwähnt meinen Grundsätzen. Ich konnte es nicht glauben, so konsultiere ich unser Auftragsbearbeitungssystem. Auch wenn der Spieler im Forum anonym blieb, konnte ich schon nach einer kurzen Recherche hieb- und stichfest feststellen, dass diese Behauptung nicht zutreffen kann. Wir hatten im ganzen deutschsprachigen Raum keine einzige Gutschrift für besagtes Spiel ausgestellt und somit auch keine Rechnung storniert.

Wo die Beweggründe für diese willkürliche Behauptung liegen, kann ich nur erahnen. Wollte sich da einer vor seinen Spielkameraden profilieren, gar neidisch machen, da nur er angeblich nichts fürs tolle Spiel zahlen musste? Oder hatte er sich lediglich anfänglich in seiner Euphorie etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt und hatte nicht den Mut, seine Übertreibung zu relativieren? Ich weiss es nicht. Doch ich habe damit einmal mehr ein schönes Beispiel dafür gesehen, welches zeigt, dass der Wahrheitsgehalt in Foren öfters mal angezweifelt werden kann, wenn auch meistens nicht angezweifelt wird.

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