Sonntag , 23 April 2017
Als dieses Workshop-Foto entstanden ist, ahnte ich noch nichts vom bevorstehenden Ärger mit der SBB iPhone-App. :-)

Kauf ein SBB-Billett und fahr mit dem Auto

Komfortabel dem Schneetreiben und Verkehrschaos auf den Strassen getrotzt.

Vergangenes Wochenende wurden wir hierzulande von heftigem Schneefall und entsprechend prekären Strassenverhältnissen überrascht. Und ausgerechnet dann, wenn die Verkehrsnachrichten im Radio nicht mehr enden wollen, sollte ich gleich zweimal nach Zürich fahren. Am Samstag fuhr ich noch guten Mutes los, aber auf halber Strecke überkam mich die Vernunft, fuhr von der Autobahn ab, steuerte den nächsten Bahnhof an und setzte meine Reise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fort.

Es war eine gute Entscheidung, denn ich gehörte trotz kleiner Verspätung immer noch zu den ersten anwesenden Workshop-Teilnehmer… die letzten kamen mit drei Stunden Verspätung an. Auch die Rückreise war ganz angenehm entspannt und so begann es in meinem Hirn zu rattern…

Soll ich am Sonntag evtl. auch mit der Bahn nach Zürich?

Ich begann Vor- und Nachteile abzuwägen: Bequem, ja. Allerdings wäre ich mit der Bahn pro Weg fast eine Stunde länger unterwegs – gute Strassenverhältnisse mal vorausgesetzt ;-) … nun, nach einigem Hin und Her entschied ich mich für die Bahn. Schnell das iPhone gezückt, Fahrplan gestartet, Verbindung herausgesucht, auf „Preis/Kaufen“ getippt und … aha, zuerst muss ich mich an einem PC für die Nutzung registrieren. Also ab an den Rechner und die Registrierung ausgeführt. Schon während diesem Vorgang nervte ich mich: Die SBB gestaltet diese Registrierung schlicht und einfach idiotisch. Nach dem Ausfüllen der Adressdaten kommt die Freischaltung für die Nutzung mobiler Geräte. Doch diese lässt sich nicht abschliessen, da vorher die Handynummer bei den persönlichen Daten erfasst werden müsse. Nur wurde die in den vorgängigen Formularen gar nicht erfragt. Man muss also den eingeschlagenen (und vor allem vorgeschlagenen) Pfad verlassen, selbständig die nötige Profilangabe ergänzen und danach das Freischaltprozedere neu starten. Idiotisch und fern ab von jeglichem Usability-Gedanken. Geschafft hatte ich es aber dennoch. Doch das sollte erst der Anfang aller Ungemachs sein…

Das Theater mit dem Ticketkauf per iPhone

So nehme ich also erneut das iPhone zur Hand, suche mir die gewünschte Verbindung heraus, schaue mir die Verbindungsdetails an – ja, das passt – und klicke auf Kauf. Aha, nun wählt man noch die gewünschte Klasse und ob Einfach- oder Retour, kann sogar gleich Anschlusstickets fürs Zielort mitbuchen, perfekt… könnte man meinen. Nun noch kurz auf „Weiter“ geklickt und schon ist das Ticket auf meinem Display zu sehen.

Aber Moment mal! Warum steht da jetzt plötzlich „Gültig am 6.3.2010“, obwohl ich vorher den „7.3.2010“ gewählt habe?

Habe ich mich etwa vertan? Zuerst glaube ich an einen simplen Anzeigefehler, doch irgendwie machte sich eine gewisse Verunsicherung breit und ich begann im Internet zu surfen. Kundenservice? Aha, nur per Formular. Umtausch bei falschem Datum? Wird von der SBB rigoros ausgeschlossen, eine Erstattung erfolge nur bei Todesfall. Nicht wirklich beruhigend! Dann lese ich in verschiedenen Foren und Blogs, dass man bei Tickets mit falschem Datum als Schwarzfahrer abgestempelt und mit einer teuren Busse bestraft werde.

Hmmm, so war mein Vorhaben ja nicht gedacht.

Nun, ich versuchte nun rauszufinden, wo der Fehler lag. Ich spielte das ganze Kaufprozedere nochmals durch und sah mich bestätigt. Diese SBB- iPhone-App ist einfach nur bescheuert: Der „Preis/Kauf“-Button legt nicht, wie man sich das als regelmässiger Internetshopper gewöhnt ist, den gerade angezeigten Artikel (hier also Verbindung) in den Warenkorb, nein, er ignoriert das gar und man soll dann, kurz vor dem Abschluss auf der Bestätigungsseite erkennen – man wird nicht speziell darauf hingewiesen – dass stets das heutige Datum vorselektiert ist. Man müsste dann also dies bemerken, darauf tippen und ein anderes Datum auswählen. Mit einer logischen Benutzerführung hat das nichts zu tun…

Ich ärgerte mich; zum einen darüber, dass ich das nicht bemerkt habe, denn normalerweise achte ich auf die kleinsten Details beim Shoppen. Aber viel mehr ärgerte ich mich darüber, mit welcher Haltung die SBB dieser benutzerunfreundlichen Lösung gegenübertritt: Kein Umtausch möglich.

Dabei wäre es doch ein Leichtes, wenn a) die angezeigte Verbindung als Ausgangslage für einen Ticketkauf herangezogen würde und b) bei einem Ticketkauf nachts um halb elf die Software nachfragen würde „Ich glaube nicht, dass ein Retourticket für den heutigen Tag Sinn macht… es ist unmöglich, dass Sie die Rückfahrt noch heute durchführen können“.

Naja, so habe ich also 68 Stutz aus dem (SBB-)Fenster geschmissen und fuhr mit dem Auto nach Zürich. Grmmml.

Immerhin der Workshop hatte sich gelohnt… :)

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