Donnerstag , 8 November 2018

Radio zum Reinschreien

Seit ich ein stolzer iPod-Besitzer bin höre ich Podcasts um mich auf dem Laufenden zu halten. So wird auch «DRS 3 Digital» regelmässig zu Gemüte geführt. Dies ist ein wöchentlicher Podcast, welche sämtliche Berichte über die digitale Unterhaltung und Technik zusammenfasst. Das Sendegefäss ist meist sehr gut aufbereitet und auch die Moderatoren verstehen es, die Sprache des einfachen Volkes zu sprechen. Doch manchmal wünschte ich mir, korrigierend eingreifen zu können. So berichtete der «Experte» in der Ausgabe vom 19.10.2007 vom herrschenden Megapixel-Wahn bei Fotokameras. Recht hat er, man ist wirklich besser beraten, auf mehr Qualität und dafür etwas weniger Megapixel zu setzen.

Dann aber kam der Moment, wo ich am liebsten laut ins Radio geschrien hätte, damit es die Leute im Studio sofort merken würden… es folgten Aussagen wie „10 Megapixel reicht schon für ein Foto mit 15×10 cm Grösse“. Meine Haare haben sich in diesem Moment mobilisiert bis sie senkrecht ‚gen Himmel gerichtet waren. Der Beitrag hinterliess irgendwie den Eindruck, dass 10 Megapixel die unterste vertretbare Grenze darstellt. Doch wenn das so wäre, warum bieten denn die ganzen digitalen Spiegelreflexkameras im mittleren vierstelligen Bereich auch nicht mehr Auflösung??? Nein nein, 10 Megapixel ist mehr als nur das Notwendigste. Bereits eine 3 Megapixel-Kamera reicht völlig für ein Foto in diesem Format aus. 10 Megapixel-Kameras sind nur dann nötig, wenn das Bild stark beschnitten oder in grossen Formaten (A2/A3) gedruckt werden müssen. Für den Alltag ist man mit einer guten 5 Megapixel-Kamera mehr als gut bedient… viel wichtiger ist eine kurze Auslöseverzögerung und ein lichtstarkes Objektiv. Auch der Zoomfaktor wird häufig überbewertet. (Hmmm… mit letzterer Aussage mache ich mich bei meinem Arbeitskollegen R. aus G. nicht so beliebt… :-) )

Was zudem in diesem Radiobeitrag sträflich vernachlässigt wurde war die Marotte mancher Billiganbieter, die interpolierten (hochgerechneten) Megapixel-Angaben anzugeben. So wird aus einer einfachen 3 Megapixel-(Billig-)Kamera plötzlich eine 12 Megapixel-Kamera… in der Praxis ist ein solches Gerät meilenweit von dem Erwarteten entfernt. Die Kamera macht nichts anderes, als die Aufnahme mit 3 Millionen Pixeln rechnerisch hochzurechnen. Das ist zu vergleichen mit dem Vergrössern eines Bildes in Photoshop & Konsorten: Das Bild wird zwar grösser (Auflösung) und benötigt mehr Speicherplatz, doch wo bereits keine Details sichtbar waren, werden damit auch keine zusätzlichen sichtbar. Das Bild wird eher unscharf und verrauscht.

Für mich ist die Angabe einer interpolierten Auflösung nichts anderes als bewusste Kundentäuschung.

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