Mittwoch , 22 November 2017

„Wir langweilen die Leute zu Tode“

Electronic Arts – dem wohl grössten Spielepublisher der Welt – nimmt selbst seine eigene Firma im Wallstreet Journal-Interview nicht von seiner Kritik aus. John Riccitiello bemängelt das Ausruhen der Spielebranche auf dem sicheren Erfolg von Sequels, anstatt die Spieler stets mit neuen Ideen und überraschenden Inhalten zu vergnügen.

„Wir langweilen die Leute zu Tode und machen Spiele, die immer schwerer zu spielen sind“, so die deutliche Ansage von Riccitiello laut golem.de.

Klar, es ist bestimmt ein sicherer Erfolg, wenn sich Die Sims zum nicht gezählten Mal mit einem neuen Add-On beschäftigen, die Fussballer in Fifa 2013 noch realistischer denn je präsentieren und Halo 5 die Egoshooter unter Euch zu heissen, unerbittlichen Gefechten anheizt.

Die nie geklärte Frage, ob zuerst das Huhn oder das Ei da war, stellt sich auch in dieser Thematik: Würde sich die Spieleindustrie so stark auf Sequels konzentrieren und dabei gemäss Riccitiello ganze 80-90% der Ressourcen in die Entwicklung von Fortsetzungen stecken, wenn die Spielernaturen unter uns diese nicht leidenschaftlich gerne kaufen würden?

Ich arbeite ja selbst in dieser Branche und wünsche mir oft, die Kunden hätten mehr Mut, mal was Neues auszuprobieren und sich dabei auf eine neue Spielidee und eine neue Story einzulassen. Dabei frage ich mich, ob die x-te Fassung von FIFA Football wirklich so berauschend sein kann, dass man alles andere unbeachtet im Regal liegen lassen sollte? Ich hoffe nicht, nein, ich bin davon überzeugt und immer wieder werde ich glücklicherweise positiv überrascht, wenn im Nischenmarkt neben dem grossen Fortsetzungsmarkt schöne Perlen und Juwelen auf den Käufer warten… und manchmal auch gekauft werden.

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