Dienstag , 21 November 2017

Vom unheimlichen Heinzelmännchen…

Ich habe ein Heinzelmännchen als Nachbarin...Es gibt Haushaltsarbeiten, um die man für gewöhnlich nicht herum kommt. Dazu gehört zum Beispiel die Wäsche. Nun, als praxiserprobter Mann mit Haushaltserfahrung kenne ich die Kniffe der Wäschemaschine und bin routiniert beim Befüllen und Entladen derselben. Danach hänge ich die Wäsche zum Trocknen auf, später wird sie abgehängt, gebügelt, zusammengelegt und fachgerecht im Schrank verstaut. Bis vor einigen Wochen klappte das alles auch ganz wunderbar.

Doch dann wurde es mir unheimlich. Da komme ich abends von der Arbeit, ausgestattet mit dem eisernen Willen, gleich als erstes die Wäsche abzuhängen… doch – oh Schreck – weg war sie! Erstaunt blickte ich wohl aus derselben… und dann entdeckte ich meinen Wäschekorb: Wow! Fein säuberlich waren die Hemden zusammengefaltet.

Ich staunte und ahnte bereits, welches Heinzelmännchen da am Werk sein dürfte. So klopfte ich an der Türe meiner Nachbarin – eine pensionierte freundliche Dame – und sie gab mir zu erkennen, dass es für sie doch keine Sache gewesen sein. Sie sehe sehr wohl, dass ich tagsüber arbeite und währenddessen keine Zeit hätte, mich um meine Wäsche zu kümmern. Ich freute und bedankte mich und nahm an, dass dies eine einmalige Sache war, zumal ich mir tatsächlich etwas viel Zeit genommen hatte, die Wäsche abzuhängen.

Doch in den letzten Wochen wiederholte sich das Schauspiel. Um einem schlechten Gewissen vorzubeugen nahm ich mir vor, die Wäsche keine Minute zulange hängen zu lassen. Doch ich hatte keine Chance. Stets war meine Wäsche sorgfältig gefaltet und schrankfertig… und heute waren selbst die wild umherschwirrenden Socken, welche sie bislang stets aussen vor gelassen hatte, friedlich und paarweise zusammengelegt.

So werde ich mich wohl morgen erneut bei ihr bedanken… Und da es mir irgendwie nicht wirklich recht ist, dass sich da wer freiwillig meiner Arbeit annimmt, werde ich meine Nachbarin ansprechen, ob wir das nicht auf eine ordentliche Auftragsbasis stellen können. Mir wäre es wohler, wenn ich mich für diesen – wirklich äusserst angenehmen Service – erkenntlich zeigen kann und sich nicht plötzlich eine stillschweigende Pflicht daraus ergibt. Mal schauen…

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3 comments

  1. Hallo Michael

    Ich schaue ab und zu in deine Site und bin jedesmal erfreut über deinen Schreibstil (erstens), und zweitens über die Geschichten deines Lebens. Allerdings muss ich dir sagen, dass ich jeweils beim Lesen ganz ausser Atem komme, denn du legst ein wahnsinniges Lebenstempo vor.

    Ich freue mich, dass es dir gut geht, nicht nur wegen deinem Superheinzelmännchen. Deine Nachbarin finde ich echt stark. Ich wundere mich, dass es sowas noch gibt.

    E liebe Gruess
    Romy (c/o Peter)

  2. Sali Huwi,

    Iss ja echt ne coole Sache mit der Nachbarschaftswäscherei.
    Bei mir funktioniert diese Methode leider nicht so ganz.
    Auch ich lasse meine Wäsche öfters zu lange hängen, doch bisher haben meine Nachbarn noch keine Anstalten gemacht, mir diese lästige Arbeit abzunehmen.

    Vielleicht fehlt es mir da am nötigen Flair, die Nachbarn zu bezirzen.

    Mfg von einem deiner Schüler, der seiner Wäsche noch
    selber Herr werden muss… :-)

    Ronny

  3. Ja, das mit dem Abhängen kenne ich… allerdings ist es jeweils als stiller Vorwurf gemeint… ;)